Kommunikation

Ein Beispiel eines tragenden Fachgebiets im Kernbereich „Communications“ des Profilbereichs Internet und Digitalisierung ist das Fachgebiet Multimedia Kommunikation (KOM), engl. Multimedia Communications Lab.

Das Fachgebiet KOM wurde 1996 an der Technischen Universität Darmstadt gegründet und ist dort im Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik angesiedelt. Ursprünglich war dies der Volkswagen-Stiftungslehrstuhl für „Industrielle Prozess- und Systemkommunikation“. Es wird seit seiner Gründung von Prof. Dr.- Ing. Ralf Steinmetz geleitet. Neben seiner Tätigkeit als Leiter des Fachgebiets KOM ist Ralf Steinmetz unter anderem Sprecher des DFG-Sonderforschungsbereichs „MAKI“, in dem seit 01. 01. 2013 das Internet der Zukunft erforscht wird. Als erster Deutscher wurde Ralf Steinmetz zum IEEE und ACM Fellow ernannt.

Das Fachgebiet KOM verfolgt die Vision der nahtlosen Kommunikation, in der Menschen überall auf der Welt unabhängig von ihrem Standort und technischen Rahmenbedingungen effektiv zusammen arbeiten, kommunizieren und Informationsdienste nutzen können. In der Adaption von Diensten und Infrastrukturen auf verschiedenen Ebenen sieht das Fachgebiet einen Schlüsselmechanismus, um dieser Vision näher zu kommen und die Anforderungen Performanz, Zuverlässigkeit und Benutzerfreundlichkeit zu realisieren. Die Mitarbeiter des Fachgebietes arbeiten vor allem an Anpassungsmechanismen im Zusammenhang mit IP-basierten Netzwerkinfrastrukturen, verteilter Sensorik und kontextabhängigen und personalisierten Anwendungen.

In DFG-Projekten arbeiten Wissenschaftler von KOM interdisziplinär mit Wissenschaftlern anderer Universitäten und Fachgebieten an Grundlagenthemen, z. B. der Gewährleistung von Qualitätsanforderungen von Overlay-Netzen. Das Aushängeschild ist hier seit 1. 1. 2013 der Sonderforschungsbereich MAKI – MultiMechanismen-Adaption für das künftige Internet. In MAKI werden neue Methoden erforscht, mit denen Daten durch eine Kombination aus verschiedenen Mechanismen übertragen werden können – die Wechsel zwischen diesen Mechanismen erfolgen dabei nahtlos, je nach Anforderung. So kann dem wachsenden Bedarf an Bandbreite durch anpassungsfähige, effizientere Netze und Verteilstrukturen begegnet werden und die gesamte Netz-Infrastruktur wird entlastet. Forschung in diesem Gebiet ist dringend notwendig.

Auch wenn wissenschaftliche Erkenntnisse im Fokus aller Arbeiten des Fachgebiets Multimedia Kommunikation stehen, werden anwendungs- und benutzerspezifische Anforderungen berücksichtigt. Um die Forschungsergebnisse zu überprüfen werden verschiedene Evaluationsmethoden, wie Simulation und Testbed-Evaluierung aber auch Usability-Tests, genutzt und prototypische Realisierungen geschaffen.

Ein Anwendungsgebiet der Forschung sind Katastrophenszenarien, in denen es überlebenswichtig ist, dass die Kommunikationssysteme stabil und verlässlich funktionieren – beispielsweise, um eine effiziente Koordination von Rettungskräften zu ermöglichen. Dafür entwickeln KOM-Wissenschaftler ein mobiles Peer-to-Peer-System, welches Ansätze aus mobilen Ad-hoc Netzen mit einem Peer-to-Peer-Netz kombiniert.

In einem anderen Nutzungsszenario erforschen KOM-Wissenschaftler zum Schutze der Work-Life-Balance eine neue Methode, die die Sensoren im Smartphone und in der Umgebung einsetzt, um die Situation, in der sich der Smartphone-Nutzer gerade befindet, zu erkennen. Das Smartphone wertet dann den Kontext einer Nachricht aus und benachrichtigt den Nutzer nur dann, wenn es für ihn in seiner aktuellen Situation relevant ist. Die Vision dahinter: Das Smartphone der Zukunft meldet sich nur noch dann, wenn es für den Nutzer in seiner Situation auch wirklich wichtig ist.

Sensoren spielen auch eine große Rolle im intelligenten Energiemanagement, das bei KOM in vielen unterschiedlichen Projekten relevant ist: Besonders hervorzuheben ist das intelligente Energiemanagement in privaten Haushalten innerhalb von „Smart-Home-Systemen“. Eine Reihe von Sensoren, die im gesamten Haushalt verteilt sind, messen Parameter aus der Umgebung und das Verhalten des Nutzers und können so beispielsweise Einsparpotenziale aufzeigen. Im Kontext dieser Forschung wurde am Fachgebiet eine „intelligente Steckdose“ entwickelt, die angeschlossene Geräte allein am Stromverbrauch erkennt, den Verbrauch protokolliert und Unregelmäßigkeiten frühzeitig meldet, beispielsweise bei einem Defekt oder wenn der Herd überdurchschnittlich lange angeschaltet ist. Diese neue Technologie soll den Energieverbrauch im Haushalt transparent machen und Verbrauchern so dabei helfen Energie zu sparen.

Kontakt

Technische Universität Darmstadt Profilbereich Internet und Digitalisierung

Sprecher

Prof. Dr.-Ing. Ralf Steinmetz

S3|20 120
Rundeturmstr. 10
64283 Darmstadt

Tel: +49 6151 16-29101

Fax: +49 6151 16-29109

E-Mail: Ralf.Steinmetz@kom.tu-...

Geschäftsführung

Dr.-Ing. Sonja Bergsträßer

S3|20 219
Rundeturmstr. 10
64283 Darmstadt

Tel: +49 6151 16-20858

E-Mail: gf@indi.tu-...

A A A | Drucken | Impressum | Datenschutzerklärung | Sitemap | Suche | Kontakt