Nutzung

Im Kernbereich “Internet Usage” kommen künftig alle fünf Vernetzungsbereiche des Profilbereichs zusammen: Durch Verorten wird der aktuelle Kontext der zu unterstützenden Internet-Nutzer („Usage“) erfasst und dreidimensional zur Jetzt-Zeit modelliert. Via Verbinden können Nutzer-Gruppen – sogar große Nutzermengen als „Crowds“ – zusammengeschlossen werden, aber auch ganze Geflechte von Verarbeitungskomponenten – im Mobilgerät, am Rand und im Kern des Internet - gekoppelt werden, wobei der Vernetzungsbereich „Verfahren“ die einzelnen Verarbeitungselemente im Sinne von Prozessschritten zu einem übergreifenden, „intelligenten“ Ganzen verflicht. Welche Innovationen sich wirklich bei den Nutzern im Sinne von „Usage“ durchsetzen, wird wesentlich von Vernetzungsbereich „Vermarkten“ bestimmt, der Nutzerbedarfe an die Technologie-Treiber weitergibt oder für politisch-gesellschaftlich wünschenswerte Entwicklungen – bspw. durch regulatorische Maßnahmen – die Marktbedingungen schafft.

Eines der treibenden Fachgebiete dieses Kernbereichs „Internet Usage“ ist das „Telecooperation Lab“ von Prof. Dr. Max Mühlhäuser am Fachbereich Informatik. Dort werden Nutzungsfelder im Sinne von „Internet Usage“ erforscht und zu intelligenten Räumen integriert, so genannten „Smart Spaces“. Ein solcher Raum kann selten konkret dimensional begrenzt wie eine intelligente Küche oder Werkstatt, es können mehrere (bspw. Besprechungs-) Räume via Internet zu einem virtuellen Konferenzraum gekoppelt werden, sie können Einzelpersonen betreffen wie eine persönliche intelligente Assistenz, die den Nutzer ständig begleitet, oder weltumspannende Interessengruppen wie bei intelligenten sozialen Netzwerken.

Das Fachgebiet Telecooperation Lab  gliedert seine Forschung an solchen Smart Spaces in drei relevante Forschungsfelder:

  1. Vernetze Systeme: hier wurde das Fachgebiet für seine Forschung an Unterstützungssystemen (Middleware, Platforms and Tools) für Smart Spaces bekannt. Diese Forschung wird heute erweitert um Ansätze des Machinellen Lernens für intelligente Assistenz und um „Big Networks for Big Data“, wo einerseits effiziente und energiesparende Overlaynetze für Sensor- und Kommunikationsnetze entwickelt werden und andererseits Ansätze für mobile Clouds, die quasi mit dem Nutzer mitwandern und so Antwortzeiten und Zuverlässigkeitsmaße bieten können, die mit herkömmlichen Clouds nicht denkbar sind.
  2. Mensch-Computer-Interaktion: Räume verdienen nur dann das Attribut „Smart“, wenn die Belange der die Räume nutzenden Menschen im Zentrum stehen. Dazu braucht es neue Interaktions-Konzepte, die die nächste Generation Mensch-gerechter Technik nutzbar machen, das nach Maus- und Touch-Interaktion die Symbiose von Mensch und Computer vorantreiben werden: Papier-dünne, roll- und faltbare Displays, 3D-Brillen und –Linsen, intelligente Tische und Wände, und nicht zuletzt personalisierte interaktive Objekte aus dem 3D-Drucker. Gleichzeitig sind für die Softwareindustrie die Herausforderung nicht mehr mit herkömmlichen Entwicklungstechniken zu meistern, weil ein und dieselbe Software künftig mit einer immer größeren Vielfalt von Interaktions-Techniken und -Konzepten bei bestmöglicher „Nutzererfahrung“ angeboten werden soll.
  3. Schutz und Sicherheit: Je mehr die intelligenten Räume in jeden Winkel unseres Lebens Einzug halten, desto abhängig werden wir von ihnen und desto wichtiger ist es, dass sie wie vom Nutzer gewünscht funktionieren – nicht wie von Dienstanbietern gewünscht oder gar wie von Widersachern gewollt. Dazu gehört besonderer Schutz für personenbezogene Daten – und wir wissen heute oft noch nicht, welche „unspezifischen“  Daten morgen durch neue Verfahren zum Ausspähen des Nutzers verwendet werden können; dazu gehört aber auch die Möglichkeit für Nutzer, zuverlässige Einschätzungen über Dienstangebote und bspw. über die bei der Dienstnutzung (nicht) eingehaltenen Sicherheitsstandards zu erhalten. Schließlich werden die Nutzer nicht nur von neuen „Smart Spaces“ immer abhängiger, sondern Infrastrukturen, von deren Funktionieren das Öffentliche Leben heute schon eklatant abhängt wie die Stromversorgung, werden unweigerlich mit Computern und Internet durchsetzt: beispielsweise ist die allseits gewünschte Energiewende ohne „Smart Energy Grids“ nicht denkbar. Hier reicht es nicht, durch IT-Sicherheit 99,9% der Angreifer draußen zu halten, denn die Angreifer bemächtigen sich riesiger „Botnetze“ und greifen zu Zigtausenden an. Solche Nezte müssen also auch auf den Fall des Falles vorbereitet werden d.h. „schadenstolerant“ werden. Für alle hier aufgezeigten Fragestellungen von Schutz und Sicherheit – im Internet, in Smart Spaces und in Kritischen Infrastrukturen – liefert das Fachgebiet neue Forschungsansätze und –lösungen.

Indem die drei Felder „Vernetze Intelligenz“, „der Mensch im Zentrum“ und „Schutz und Sicherheit“ unter einem Dach bearbeitet werden und indem mit vielen Fachgebieten des Profilbereichs „Internet und Digitalsierung“ kooperiert wird, kann das „Telecooperation Lab“ die Vision von Smart Spaces als menschenwürdige Zukunft zu gestalten helfen.

Kontakt

Technische Universität Darmstadt 

Profilbereich Internet und Digitalisierung

Informatik

Prof. Dr. Max Mühlhäuser

Hochschulstr. 10
64283 Darmstadt

Tel: +49 6151 16-23200

Fax: +49 6151 16-23202

E-Mail: max@tk.tu-...

Geschäftsführung

Dr.-Ing. Sonja Bergsträßer

S3|20 219
Rundeturmstr. 10
64283 Darmstadt

Tel: +49 6151 16-20858

E-Mail: gf@indi.tu-...

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